Wer in Indien reist, ist durch eine Vielzahl von Eindrücken berührt: die Lebendigkeit in den Straßen, der Duft einer der feinsten Kochkunst der Welt; die manchmal schwierigen Lebensbedingungen der Menschen… und die allgegenwärtige Schönheit, die über alles herrscht.
Hier macht sich jede/r/s schön: die Kinder gehen zur Schule in ihrer tadellosen Uniform; die Frauen tragen frisch duftende Jasmin-Blumen in ihren Haaren; der Rikscha-Fahrer putzt sorgfältig seinen Wagen, der mit Blumen bemalt ist; und vor den Häusern in Süd-Indien entfalten sich die Kolam: komplexe geometrische Zeichen, die mit Reis-Pulver angefertigt werden.
Schönheit ist hier nicht überflüssig. Sie ist eine Art zu sein.
Sie ist die Sprache des Herzens, das sich freut, das feiert, das liebt und das sich selbst schenkt. Schönheit ist hier der Ausdruck von zärtlicher Liebe, die an die universelle Verbundenheit adressiert wird.
Das ist auch, was Schönheit im Yoga ist.
Die äußere Schönheit des Yoga ist Anmut: eine Eigenschaft, die sich ergibt, wenn der/die Yogin/i/s sich der Atmung und einem tiefen Fokus hingeben. Dadurch wird alles zur Meditation: Asanas, Pranayamas… und Alltag. In diesem Prozess werden Blockaden und innere Konflikte nach und nach gelöst, transformiert, um wieder integriert zu werden.
Hier entfaltet sich innere Schönheit: ein Zustand von Frieden, der zum Ausdruck kommt, in Verbindung mit Allem was ist.
Wenn wir Statuen von Sivà, Shakti oder Brahman betrachten, sehen wir wie die innere Schönheit, die auf tiefer Ruhe, Ausgeglichenheit und Frieden ruht, sich durch ein offenes Gesicht und die Ruhe des Körpers in Meditationshaltung ausdrückt.
Wie äußere Schönheit braucht innere Schönheit Zuwendung. Yoga schlägt uns hier eine Vielzahl an Techniken vor, die sich in einem intensiven Heilungs- und Entwicklungsweg entfalten können, wenn wir sie praktizieren.
Genau das ist, wie ein/e Hatha Yogin/i definiert wird: nicht durch seinen/ihren Glauben oder ihre/seine Angehörigkeit zu einer Schule, sondern nur als „ein/e, der/die Yoga praktiziert“.
Also macht uns die Praxis, … nicht die blumigen Leggings 🙂
Yoga ist die Praxis, die zum Yoga als Zustand führt. Da ruhen wir in unserer Essenz und erkennen, dass wir diese Essenz mit Allem was ist, teilen. Und das ist pure Schönheit.
